Wir möchten Ihnen hier den ersten Teil unserer Serie „Projekt Zutrittskontrolle“ vorstellen. Ein solches Projekt ist vielschichtig und damit zeitintensiv. Daher ist eine umfassende Planung im Vorfeld extrem hilfreich. Wir haben verschiedene Aspekte aus der IT, den inhaltlichen und organisatorischen Anforderungen an eine Zutrittskontrolle im Folgenden für Sie zusammengestellt.

Da ist zunächst einmal die IT-Komponente, die durchaus klassisch betrachtet werden kann. Hierbei sollten die Rahmenbedingungen im IT-Umfeld geklärt werden, z.B. Kompatibilität zu bestehenden Betriebssystemen, Anforderungen an die Datensicherheit etc. Außerdem ist eine Bedarfsplanung und Lieferantenauswahl vorzunehmen. Auch muss geplant werden, wer die Installation und Wartung durchführt und in welchem Umfang die verschiedenen Mitarbeiter im Umgang mit der Software geschult werden müssen.

 

Nun gibt es zahlreiche inhaltliche Anforderungen, die man an eine Zutrittskontrolle haben kann. Daher sollte man sich gleich zu Beginn der Planung klar werden, welcher Zweck mit der Zutrittskontrolle erreicht werden soll. Es gibt zahlreiche Erweiterungen, die an einer Zutrittskontrolle vorgenommen werden können. So muss man feststellen, welche Verbindungen zu Zeiterfassung, Besucherverwaltung, Fremdfirmenmanagement, etc. bestehen und welche Schnittstellen hier realisiert werden müssen. Auch eventuell bestehende Parallelsysteme wie z.B. Catering oder Spindverwaltung können bei Bedarf integriert werden. Hierzu ist auch die Wahl des Identifikationsmediums entscheidend und die Anforderungen an den Ausweis direkt müssen formuliert werden.

 

Sind inhaltlich alle Aspekte geplant, kann man mit der organisatorischen Planung der Zutrittskontrolle beginnen. Es müssen Zonen und Räume definiert werden, welche gesichert werden sollen. Auch muss festgelegt werden, welche Mitarbeiter die verschiedenen Zutrittspunkte passieren dürfen und zu welchen Zeiten der Durchgang erfolgen darf. Hier sind vielfältige Kombinationen möglich, wer wann wo eine Zone oder einen Raum betreten darf. Wichtig ist auch die frühzeitige Abstimmung mit der Personalvertretung bzw. dem Betriebsrat, besonders bei der Frage, welche Daten gespeichert werden sollen. Bei der zeitlichen Planung sollte auch bedacht werden, dass die Mitarbeiter in der Einführungsphase eingebunden und in die neue Technik eingewiesen werden müssen.

 

Die Ertüchtigung der Türen ist Bestandteil der organisatorischen Planung. Zunächst muss sichergestellt werden, dass alle zu sichernden Türen für eine elektromechanische Öffnung geeignet sind. Dann sollten die verschiedenen Arten von Türen identifiziert werden. Für bestimmte Arten von Türen existieren gesetzliche Vorgaben, die im Hinblick auf eine Zutrittskontrolle zu beachten sind. Das gilt beispielsweise für Brandschutz- und Fluchttüren. Unterschiede gibt es auch bei der Sicherung von Außen- und Innentüren, vor allem wenn es um die Auswahl der richtigen Hardware geht.

 

Zum Schluss geht es an die Zukunftsplanung des Zutrittskontrollsystems. Hierbei ist wichtig zu klären, wo die Grenzen des Systems liegen können und wie weit eventuell Erweiterungen am System vorgenommen werden sollen.

 

Nun ist eine gute Grundlage geschaffen, um die Nachhaltigkeit eines Zutrittskontrollsystems zu gewährleisten. Im nächsten Teil der Serie rund um das Thema „Projekt Zutrittskontrolle“ geht es um die Umsetzung und Realisierung des Systems.

 

Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Punkte in der Übersicht zusammengefasst:

IT-Komponente:

-     Was wird benötigt?

-     Welcher Anbieter am Markt kann das leisten?

-     Wie sind die IT-spezifischen Anforderungen wie z.B. Betriebssystem, Datenbank, Sicherheit?

-     Wer erledigt die Installation, Schulung und Wartung?

Inhaltlich:

-     Was soll mit der Zutrittskontrolle erreicht werden?

-     Wo sind die Verbindungen zur Zeiterfassung, Besucherverwaltung, Fremdfirmenmanagement, usw.?

-     Welche Schnittstellen zur Zeiterfassung, Besucherverwaltung, etc. müssen realisiert werden?

-     Welches Identifikationsmedium wird verwendet? (Transponder, Biometrie, Ausweiskarten)

-     Wie weit müssen Parallelsysteme integriert werden? (Catering, Spindverwaltung, Tanken ....)

-     Welche Anforderungen an den Ausweis müssen erfüllt werden? (Welche Daten, Wer darf lesen und schreiben, Layout...)

Organisatorisch:

-     Welche Zonen und welche Räume sollen gesichert werden?

-     Wer darf das Gelände / Zonen / Räume betreten?

-     Wann darf das Gelände / Zonen / Räume betreten werden?

-     Welche zusätzlichen Bedingungen müssen erfüllt sein, z.B. immer nur zwei Leute im Raum

-     Welche Daten sollen gespeichert werden, z. B. erlaubte Zutritte, unbefugte Zutrittsversuche, etc.

-     Abstimmung mit Personalvertretung / Betriebsrat

-     Einführungsphase mit Einweisung der Mitarbeiter

Ertüchtigung der Türen:

-     Welche verschiedenen Arten von Türen sind zu sichern, z.B. Außen- und Innentüren, Brandschutztüren, Drehkreuze, usw.?

-     Welche gesetzlichen Vorgaben müssen hinsichtlich Brandschutz- oder Fluchttüren beachtet werden?

-     Sind alle Türen für eine elektromechanische Öffnung geeignet?